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Mittwoch, 27. Februar 2013

Reh Tex-Mex

Zweifellos gehört Wildfleisch zu den Fleisch-Delikatessen, die bei uns aus heimischer Herkunft erhältlich sind. Wildbret ist ein fettarmes Fleisch, das viel Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine enthält, es ist schmackhaft und gut bekömmlich.

Im Herbst habe ich ein Reh direkt vom Jäger gekauft, entsprechend portioniert und eingefroren und daher gibt es seither recht oft Wildfleisch – zumeist auf die klassische Art, also schön geschmort mit Wacholder, Nelke, Zimt usw. – einfach wunderbar, aber auf Dauer dann doch etwas eintönig. Deswegen habe ich ein bisschen experimentiert und paar nette Wildbret-Varianten entwickelt, von denen ich euch hier heute eine vorstellen möchte, nämlich Reh Tex-Mex.

Als Grundlage dient ein schönes Stück Rehbraten – ich habe hier ein Teil aus der Keule genommen – der in größere Würfel zerteilt und anschließend gesalzen wird.

In einen großen Topf gebe ich zunächst einmal Olivenöl, erhitze es und streue dann etwas Bockshornkleesamen in das heiße Öl. Diese werden kurz angeröstet, dann kommt eine ordentliche Prise Paprikapulver, gemahlener Koriander, ein Prise Pimentón de la vera oder Cayennepfeffer und etwas gemahlener Kümmel hinzu. Das Ganze erhitze ich, bis das Gewürzpulver leicht zischt.

Gewürfelte Zwiebel
Lauch, Knoblauch und etwas – dieses Mal kandierter – Ingwer, frischer ist auch lecker

Tomaten, Bohnen und Mais

Die zerkleinerten Karotten

Gewürzpulverchen

Das Rehfleisch grob zerkleinert

Die Tüte mit den Bockshornkleesamen

Bockshornkleesamen im heißen Öl

Die Gewürze zischen im Öl

Dann einen Großteil der gehackten Zwiebeln zugeben und glasig werden lassen, Ingwer und ggf. Knoblauch etwas vom Lauch und den Karotten sowie die gesalzenen Fleischstücke in den Topf geben und unter gelegentlichem Rühren gut 10-15 Minuten anschmoren.
Zwiebeln im Öl

Lauch und ein paar Karotten dazu

Dann das Fleisch

Anschließend restliche Karotten, Lauch und die restlichen Zwiebeln in den Topf schütten, Pizzatomaten bzw. frische gewürfelte Tomaten hinzugeben, mit etwas würzig-herbem Rotwein (z. B. Rioja) angießen, dann etwa 30 Minuten weiter köcheln lassen. 



Pizzatomaten kommen hinzu
 Tomatenmark hinzugeben und etwas Wein nachgießen, zehn Minuten weiterköcheln.


Dann die Kidney-Bohnen und den Mais dem Ganzen zufügen, gegebenenfalls noch ein bisschen mit Paprika, Salz und Pimentón de la vera oder Cayennepfeffer nachwürzen und Rotwein nachgießen, ordentlich umrühren und noch einmal – unter gelegentlichem Rühren – mindestens ein Stündchen gemütlich vor sich hin köcheln lassen – und gemütlich meint bei nicht zu großer Hitze. Es darf auch durchaus etwas länger sein, das macht dem Fleisch nichts aus und die Soße wird nur besser.

Bohnen und Mais

Noch einmal schön nachgewürzt


Bevor ich das Reh Tex-Mex serviere schmecke ich diesen leckeren Schmortopf nochmals ab und würze bei Bedarf nach. Hier muss der eigene Gaumen entscheiden: Darf's ein bisschen mehr Schärfe sein oder etwas tomatiger, noch ein Schuss Wein oder eine Prise mehr Salz. Das fertige Gericht sollte geschmacklich etwas an das klassische Chili con Carne erinnern, dabei aber die Wildnote des Fleisches nicht verleugnen.


Als Beilage eignen sich natürlich Tortillas oder Tacos, man kann Enchiladas damit machen, es passen aber genauso gut Nudeln – habe ich serviert – Kartoffeln, Reis oder einfach Weißbrot dazu. Als Getränk bietet sich der restliche Rioja an, von dem sollte man dann gleich noch eine Flasche auf Vorrat haben. Ein kühles Pils oder ein feines Helles passen aber ebenso gut  – und danach einen Tequilla – 
na dann mal Mahlzeit!


Das braucht man:

  • Rehbraten (1 Pfund)
  • 1 Dose Pizzatomaten od. frische Tomaten
  • 1 Dose Kidney-Bohnen
  • 1 Dose Mais
  • 2 Karotten
  • 1 große Zwiebel
  • Lauch
  • etwas Ingwer
  • etwas Knoblauch
  • Pimentón de la vera oder Cayennepfeffer
  • Paprikapulver
  • Bockshornkleesamen
  • Kümmel
  • Tomatenmark
  • Olivenöl
  • Rotwein
  • Fantasie
  • Spaß am Kochen
  • Zeit


Sonntag, 24. Februar 2013

Noch ist nicht Ostern! – und doch schon Eier

Seit fünf Tagen habe ich in den Post-Entwürfen ein nettes Rezept (Reh Tex-Mex), das einfach nicht fertig wird (kommt aber in den nächsten Tagen), weil ständig irgendwelche Meldungen zum Thema Essen, über die so stolpere, mich davon abhalten, dieses schöne Rezept zu veröffentlichen.

Der Hinderungsgrund dieses Mal geht einem echt "an die Eier" und das ausgerechnet an die Bio-Eier. Ich habe ja schon darauf gewartet. Der boomende Biosektor ist lukrativ doch einfach viel zu interessant, als dass sich die Lebensmittel-Mafia (regional – der fiese Landwirt von nebenan – oder international – die Jungs in Süditalien und sonstwo), da nicht längst schon eingeklinkt hätte – und das hat nichts mit Verschwörungstheorien zu tun: hier nachlesen

Übrigens es gibt einen tollen Lebensmittelkrimi von Massimo Carlotto und Francesco  Abate "Ich vertraue dir" – na dann mal Mahlzeit!